Saubere Luft lohnt sich – Bewohner belasteter Regionen profitieren schnell

Saubere Luft ist ein kostbares Gut. Das wird vielen erst so richtig bewusst, wenn durch die Diskussion über Feinstaub und Stickoxide, einem klar wird, dass aus dem Auspuff von Autos eben nicht nur heiße Luft entweicht oder wenn im Sommer in Kalifornien, Portugal, Sibirien, Australien und anderen Gegenden der Welt riesige Waldbrände außer Kontrolle geraten und die Luft mit enormen Mengen Feinstaub belasten.

Akut reagieren Menschen mit Atembeschwerden und Hustenattacken auf die Schmutzbelastung der Luft. Langfristig jedoch sind auch Herzinfarkte und Krebserkrankungen als Folgen von schlechter Luftqualität verantwortlich zu machen. Forscher gehen davon aus, dass weltweit jährlich eine halbe Million Menschen an Lungenkrebs und mehr als dreimal so viel an Herz- und Kreislauferkrankungen sterben, die durch Luftverschmutzung verursacht werden. Maßnahmen zur Luftreinhaltung lohnen sich also und werden mit mehr Gesundheit der Bewohner belasteter Regionen belohnt.

Maßnahmen zur Luftreinhaltung bringen schnell mehr Gesundheit

Um die Gesundheitseffekt von Maßnahmen zur Luftreinhaltung nachzuweisen, haben weltweit Lungenärzte Daten zusammengetragen, die sich mit dem Zusammenhang von Luftqualität und Erkrankungsrisiko beschäftigen. Sie konnten in ihren Analysen an beeindruckenden Beispielen zeigen, dass verschmutzungsbedingte Erkrankungen schon innerhalb von Wochen nach Abstellen der Verschmutzungsursache zurückgingen. Das gilt für eine Vielzahl von Verschmutzungsursachen gleichermaßen und beschränkt sich nicht nur auf Luftverschmutzungen durch Industrie und Verkehr. Besonders drastisch ist der beobachte Nutzen von Rauchverboten. Innerhalb von Wochen geht die Rate von Herz- und Lungenerkrankungen zurück, wenn in geschlossenen Räumen nicht mehr geraucht werden darf. Beispiele aus den USA und Polen zeigen, was passiert, wenn industrielle Luftverschmutzer wie Kraftwerke und Stahlwerke stillgelegt werden. Innerhalb kurzer Zeit sinken in den betroffenen Regionen durch Luftverschmutzung bedingte Todesursachen.

Gleiches gilt für verkehrsberuhigte Zonen in deutschen Innenstädten oder anlässlich von Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen in Atlanta. In all diesen Fällen führt eine Vermeidung von Autoabgasen innerhalb kurzer Zeit zu deutlichen Reduzierungen von Umwelterkrankungen und Sterbefällen. Vielleicht sind es gerade diese schnellen positiven Gesundheitsfolgen, die helfen könnten, medizinischen Aspekten bei der Entscheidungsfindung für Luftreinhaltungsmaßnahmen mehr Gewicht zu verleihen. Letztendlich dürften die eingesparten Kosten für Behandlung, Versorgung und Verdienstausfällen von Erkrankten die Investitionen für Luftreinhaltungsmaßnahmen bei weitem übersteigen.

Fazit: Saubere Luft rechnet sich. Maßnahmen zur Luftreinhaltung sind volkswirtschaftlich und gesundheitspolitisch sinnvoll. Hohen initialen Kosten stehen in der Regel schon kurzfristig Einsparungen aus dem Gesundheitssektor gegenüber.

Quelle: Schraufnagel DE et al. Ann Am Thorac Soc. 2019 Dec;16(12):1478-1487. doi: 10.1513/AnnalsATS.201907-538CME.